Düsseldorf (evdus). Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, Befürchtungen, die Kinder könnten in der Schule zurückbleiben oder schlicht das Gefühl, sehr allein zu sein – die Sorgen und Nöte der Menschen in der Corona-Krise sind groß. Oft kann es da schon helfen, sich einmal richtig auszusprechen, jemanden zu begegnen, der sich Zeit nimmt und zuhört.

Pop-Up Seelsorge am extra angefertigten Tisch

Die Evangelische Kirche in Düsseldorf und die Diakonie Düsseldorf haben deswegen jetzt ein neues Kooperationsprojekt ins Leben gerufen: die Pop-Up-Seelsorge. Unter freiem Himmel schenken Seelsorgerinnen und Seelsorger, die sich noch in der Ausbildung befinden oder diese vor kurzem abgeschlossen haben, den Menschen am Platz der Diakonie ihr Gehör. Die Pop-Up-Seelsorge findet bis zu den Herbstferien von Montag bis Freitag zwischen 10 und 12 Uhr statt.

Die Gespräche werden an einem speziell gefertigten Tisch mit Plexiglas-Zwischenwand geführt, um die Gesprächsteilnehmerinnen und -teilnehmer vor Infektionen zu schützen. Bei gutem Wetter werden der einfach zu desinfizierende Tisch und die Stühle unter den großen Bäumen vor dem Hauptgebäude stehen, bei schlechtem Wetter unter dem Vordach eines der Gebäude am Platz.

Hoher Gesprächsbedarf in Krisenzeiten

Die Idee zum Projekt hatten Constanze Jestaedt-Fischer, Leiterin des Stadtteilladens Flingern, und Peter Krogull, Pfarrer für Seelsorgefortbildung und -entwicklung des Evangelischen Kirchenkreises. Im Stadtteilladen Flingern, der derzeit eine Fensterberatung anbietet, bekommen Menschen Hilfe beim Ausfüllen von Formularen und bei Behördengängen, Unterstützung, wenn es zu Hause nur noch Streit gibt oder bei der Suche nach einer passenden Kinderbetreuung.

„Wir haben uns gefragt: was können wir tun, um seelsorgliche Gespräche stattfinden zu lassen und trotzdem Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten“, sagt Pfarrer Peter Krogull über die Gründung der Pop-Up Seelsorge und fügt an: „Die 24 Teilnehmenden der aktuellen Seelsorgefortbildung können so wertvolle Praxiserfahrung sammeln, was wegen der Einschränkungen in der Corona-Zeit bisher kaum möglich war.“

„In der Corona-Krise haben die Menschen, die bei uns Hilfe suchen, einen sehr hohen Gesprächsbedarf. Mit der Pop-Up Seelsorge sind wir das fachliche Back-Up aus zwei Richtungen. Hier können Menschen in den Genuss guter Gespräche kommen“, beschreibt Fischer das Projekt.

2020-07-21T13:48:52+02:0021. Juli 2020|
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